Internationales Meeting 2010

Internationales Meeting der ICS-Filialen und Irish Cob Zuchtbücher 10.04.2010 in Dublin

Am Samstag, 10. April 2010 fand in Dublin ein internationales Meeting zwischen der ICS-Irleland Ltd, der ICSIA (internationales Gremium der Filialen) und unterschiedlichen Zuchtverbände, die ein Irish Cob Zuchtbuch eigenständig führen, statt. Aus dem Direktorium der ICS-Ireland war Evelyn Flynn anwesend, die das Meeting auch leitete. Von den Filialen waren Vertreter aus Dänemark (DTF), Holland(AGICO – Assosiation of Gipsy- und Irish Cob Owners), Spanien (ICS Ltd. Spain), Deutschland (THAICS), Schweiz (vertreten durch THAICS) anwesend. Für die eigenständigen mit Irland zusammenarbeitende Zuchtbücher waren Repräsentanten aus Schweden (ICS SWD) auch vertretend für Norwegen und Finnland anwesend.Jeweils eine Delegation aus Belgien und der Tschechischen Republik (keine Repräsentanten der ICS-Ireland Ltd – derzeit Repräsentanten der ICS Nederland) waren zum gemeinsamen Informationsaustausch nach Dublin gereist. Die Organisationen aus Österreich und England ließen sich entschuldigen.

Eingangs begrüßte Evelyn Flynn alle Teilnehmer und jede Delegation hatte Gelegenheit kurz die Aktivitäten des letzten Jahres vorzustellen. Derzeit umfasst das Zuchtbuch der Irish Cob Society 4216 Irish Cobs. In diesem Jahr sind etliche Zuchtschauen und Hoftermine geplant, so dass mit einem Zuwachs von ca. 1000 Irish Cobs und Irish Cob Partbreds gerechnet werden kann. Evelyn Flynn referierte über die Neuerungen insbesondere das neue Zuchtbuch für die Irish Cob Partbred. In diesem Zuchtbuch werden auch alle Tinker, Clydesdales, Drumhorse, Gypsy Cob, Piebald and Skewbalds usw. als eigenständige Typen dieses Zuchtbuches geführt werden.

THAICS e.V. wird für die Tinker eine entsprechende Zuchtzielbeschreibung erarbeiten und somit ermöglichen, dass dieser in Irland, Deutschland, Spanien, Italien und Österreich sehr weit verbreitete Typ züchterisch aber gerade auch für die genetische Forschungsarbeit nicht verloren geht. Ebenso bietet das Zuchtprogrammdes IC-Partbred Zuchtbuches der Iren gute Möglichkeiten durch gezielte Anpaarungen und genetische Analyse den Ursprung dieser Rasse wissenschaftlich zu untermauern und wenn angestrebt der Ursprungsrasse Irish Cob zurückzuführen.

Thomas Kranz (THAICS e.V.)betonte auf diesem Meeting, dass auch der Tinkerin Europa in seiner Vielfalt und Qualität ein hervorragendes Freizeitpferd mit junger Geschichte und oft auch hohen Irish Cob Blutanteil darstellt. Dieser Erkenntnis muss auch in Irland endlich Rechnung getragen werden. Dass natürlich der Ire mit dem Wort „Tinker“ (auf Deutsch zu vergleichen mit dem Wort Stümper oder Versager) große Schmerzen hat, leuchtet ein. Daher wir der Tinker als Typ im Irish Cob Partbred Zuchtbuch verankert und somit der Forderung Deutschlands und Spaniens auf diesem Weg Rechnung getragen. Lange diskutiert wurde über die Körvoraussetzungen. Einige Delegationen vertraten die Auffassung, dass Hengste erst im Alter von 6 Jahren dauerhaft in die Zuchtbücher aufgenommen werden sollen. Ebenso gibt es Länder in denen mittlerweile Röntgenaufnahmen seitens der genehmigenden Behörden gefordert werden. Evelyn Flynn begrüßte zwar diesen Gedanken, gab aber zu verstehen, dass dies in Irland bei den Züchtern im Moment nicht durchzusetzen wäre. Den Filialen oder Zuchtverbänden steht es aber frei weitergehende Klassifizierungen als Information für die Züchter bzw. Hengstsuchenden vorzunehmen, die aber international keine Eintragungs- bzw. Übernahmevoraussetzung sein können. Flynn appellierte an die ICS-Ltd Grade 1 Inspektoren, Hengste und Stuten nur in die Eliteclass aufzunehmen, wenn der Irish Cob mit mindestensder Note „Gut“ bewertet werden und keine disponierten Mängel oder charakterliche Schwächen dagegen sprechen. Da sowohl im Hauptbuch als auch im Supplementary (Vorbuch) Basisbücher installiert wurden besteht für Irish Cobs jederzeit die Möglichkeit diese zu einem späteren Zeitpunkt aufzuwerten, wenn evlt. Zweifel vorliegen.

Evelyn Flynn stellte in Ihren Ausführungen klar, dass auch eigenständige Zuchtverbände nur Hengste und Stuten in die Eliteclass aufnehmen können, wenn mindestens 1 ICS-Ireland Ltd Grade 1 Inspektor und ein Grade 2 Inspektor anwesend ist. Diesbezüglich haben die ICS-Ireland und THAICS e.V. entsprechende Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen erarbeitet. Die erste internationale Ausbildung für Grade 2 Inspektoren findet am 23. Bis 25. Juli mit anschließender Prüfung in Brandenburg statt. Die Delegationen aus der Schweiz, Österreich, Deutschland, Spanien, Belgien und Tschechei haben bereits Ihr Interesse bekundet.

Große Sorge bereitet den Delegationen die Aktivitäten der Zuchtverbände ECHA und insbesondereICS-Nederland mit ihren Filialen. All zu oft werden auf Internetpublikationen, Flyern oder Stickern mit dem Logo der Irish Cob Society Ireland Ltd. oder dem Namen der Society geworben. Vielen Züchtern wird somit der Eindruck vermittelt, dass diese Verbände in Kooperation mit Irland stehen. Irland wurde aufgefordert für eine klare Trennung zu sorgen und den Zuchtverbänden und Filialen, die nicht das Zuchtziel der Iren verfolgen und in Kooperation mit Irland stehen, das Verwenden des Namens und des Logos oder täuschend ähnlicher Logos zu untersagen. THAICS e.V. gab aber auch zu verstehen, dass mit dem europäischen Tierzuchtrecht ein erwünschter Wettbewerb eingeläutet wurde. Dieser bietet den Ursprungszuchtbüchern und Zuchtverbänden die Möglichkeit in anderen Ländern Europas Filialen zu errichten, was ja auch THAICS zu Gute kam.Dadurch kommt es zu einem Wettbewerb untereinander, da die Verbände sich und ihren Filialen unterschiedliche Zuchtziele auferlegen können. Diesen Umstand muss man auch innerhalb des ICS-Ireland Ltd und deren Filialen akzeptieren und sich diesem Wettbewerb stellen. Der Züchter kann und wird zukünftig entscheiden, mit welchem Verband er seine Zuchttiere am besten vermarktet sieht. Wichtig ist, dass die Züchter über die Unterschiede der einzeln agierenden Verbände aufgeklärt werden.

Bereits beim letzten internationalen Treffen warb THAICS e.V. für eine gemeinsame, also unter den ICS-Verbänden und Filialen, verknüpfte Datenbank um für Züchter größtmögliche Transparenz und für die Verbände größtmöglichen Einblick in die Stammbäume zu erhalten. Spanien stellte auf dem diesjährigen Meeting ein Modell einer solchen Datenbank vor. Evelyn Flynn und die Delegationen waren sich sehr schnell einige, dass ein solches Projekt sehr schnell umgesetzt werden soll. Gemeinsam wurden die Eckpunkte festgelegt. Irland, Spanien und Deutschland werden nun bis zum Herbst gemeinsam mit einer in Spanien beauftragten Softwarefirma an der Umsetzung und Fertigstellung arbeiten. Ein wichtiger Punkt war auch die genetische Datensammlung um unterschiedliche Blutlinien ausfindig zu machen und um Abstammungen zu ermitteln. Diesbezüglich hatten wir in den vergangenen Jahren den Kontakt mit der UNI-Wien gepflegt. Deren Modell ware es anhand diverser Vermessungsdaten wissenschaftlich nachweisbare Verwandtheitsgrade festzustellen. Das Problem ist und war ein immenser Personal- und Kostenaufwand, der international nur sehr schwer umzusetzen wäre und letztendlich auch die bereits verstorbenen Pferde (von denen DNA-Material vorliegt) nicht berücksichtigt. Auf dem internationalen Meeting wurden dann unterschiedliche Wege diskutiert. Die Delegierten einigten sich auf eine zentrale von der ICS-Ireland Ltd. geführten Datenbank (integriert mit der Datenbank des ICS-Ireland Ltd. Zuchtbuches), die 17 ermittelte DNA-Markenerfasst. In dem Moment, in dem über die datenelektronische Auswertung Verwandtschaftsgrade aller bereits erfassten Pferde ermitteln werden., ergeht umgehend an die ICS-Ireland und an den jeweiligen Besitzer eine entsprechende Information.Da dieses Modell letztendlich nur Sinn macht, wenn grundsätzlich alle registrierten Pferde(incl. der Verstorbenen Pferde) einer solchen DNA-Analsyseunterzogen werden, muss derzeit über ein Gebührensystem (Fördermittel, Vereinsgelder, Pferdebesitzer) nachgedacht werden.Auch hier sollten bis zum Herbst erste Modelle vorliegen.

Abschließend kann dieses Treffen nur als großer Erfolg für die Rassen Irish Cob und/oder Irish Tinker gewertet werden. Die ICS-Ireland hat gemeinsam mit den angeschlossenen Verbänden und Vereinen einen großen Schritt zum Schutz, Erhalt und zur Weiterentwicklung dieser Rasse gemacht. Da diese wichtigen von den Delegationen auf den Weg gebrachten Projekte in den nächsten Jahren sicher 25.000 – 40.000 Euro verschlingen werden ist es wichtiger denn je, dass man enger zusammenrückt. Aber auch der einzelne Pferdebesitzer kann seinen Beitrag dazu leisten in dem er durch seinen Mitgliedsbeitrag diese Vorhaben mitträgt. Hier geht es zum Mitgliedantrag!.