|
Die Datenbank: Phäno- und Genotypisierung einer Rasse auf internationaler Ebene
Im Laufe der Zeit, die Zeitspanne richtet sich ganz klar nach der Akzeptanz und damit nach der Beteiligung der Pferdebesitzer, wird die THAICS DataBase national und international zu einer umfassenden Datensammlung heranwachsen, die dazu genutzt wird, um die offenen Fragen zu beantworten. Sind Tinkerpferde und Irish Cobs zwei Rassen oder eine? Wieviele unterschiedliche Zuchtlinien gab und gibt es? Wie eng verwandt sind die Tiere untereinander? Welche Rassen haben bei der Entstehung eine Rolle gespielt? Was muß und kann getan werden, um die Rassemerkmale effektiv zu erhalten und zu verbessern?
|
Dabei wird in zwei Schritten vorgegangen: Die Phänotypisierung und die Genotypisierung.
Die phänotypische Aufarbeitung erfolgt mittels der Vermessung der Tiere und der Aufnahme ins Zentrale Register, die ein Teil der Gesamtdatenbank ist. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Bereich "Zentralregister". Ab einem Bestand von ca. 150 - 200 Tieren in der Datenbank, kann begonnen werden, eine phänotypische Auswertung der Daten vorzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt wird dann die Datenbank, datenschutzrechtlich bereinigt, für Interessierte zugänglich gemacht.
|
|
Mit der THAICS DataBase und mit der Aufarbeitung aller zur Verfügung gestellten Informationen der Besitzer und Züchter, können bereits viele Verbindungen gefunden und wiederhergestellt werden, da nach den zurückliegenden Jahren Zucht in Deutschland und international, ja auch dementsprechend viele Tiere mit bekannter Abstammung (mit und vor allem auch ohne Zuchtbucheintragung) hier leben. Der Besitzer findet Kontakt zu anderen, die Tiere aus der gleichen Abstammungslinie haben, der Züchter erhält einen besseren Überblick, was aus seinen Nachzuchten wurde, wie sie sich entwickelten, ob und wie sein Zuchtprogramm Erfolg hat, usw. Die Zuchtverbände erhalten erstmals genaue Zahlen, Informationen über mögliche Inzucht und die Zuchtentwicklung im Ganzen; mittelfristig kann die Auswertung aller Daten so auch zu einer Überarbeitung der Zuchtzielbeschreibungen bzw. der Zuchtbucheinteilungen führen.Das hat viele Vorteile. Denn es wird deutlich gemacht, wo die Unterschiede liegen und so kann erreicht werden, dass nicht mehr Tiere mit völlig verschiedenen Vorraussetzungen miteinander verglichen und aneinander gemessen werden.Das wertet nicht auf oder ab, sondern klassifiziert.
|
|
|
Mit der genetischen Komponente geht es dann schlussendlich "an's Eingemachte".
Wer ein bereits ein wenig Kontakt zur Zuchtszene hatte, kennt die Tatsache, dass den Hengsten, die als deckberechtigt in die jeweiligen Hengstbücher der Zuchtverbände eingetragen werden, Haare ausgerupft werden "für den Gentest" . Bis vor einigen Jahren wurde hierzu noch Blut entnommen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Entnahme einer Gewebeprobe. In der Pferdezucht wird die Entnahme von genetisch relevantem Material hauptsächlich zur Abstammungssicherung und -Überprüfung genutzt. Auf den Menschen übertragen würde man sagen, für mögliche Vaterschaftsklagen. An diesen entnommenen Haaren, wie erwähnt aus Mähne oder Schweif, hängt die Haarwurzel und aus dieser wiederum, lässt sich die DNA des Tieres gewinnen. Für die, die es genauer wissen wollen, stellen wir ein Datenblatt zur Verfügung, das ins Detail geht. Allgemein gesprochen wird die genetische Aufarbeitung in folgenden Schritten ablaufen:
|
1. Sind alle phänotypischen Daten gesammelt und ausgewertet, kann der Besitzer eines Pferdes "ohne Abstammung" eine Abstammungsanalyse mit herausgefilterten möglichen Vater- oder Muttertieren oder evtl. Nachkommen beantragen. Die Ergebnisse werden dem Antragsteller mitgeteilt und anschließend in die Datenbank eingearbeitet. So entsteht neben der "normalen" auch eine genetische Datenbank. Auch ein Tier, von dem man zwar weiß wer die Eltern sind, das aber z.b. keinen Abstammungsnachweis hat weil die Eltern keine eingetragenen Zuchtiere sind oder waren, kommt so zu seinem "Recht auf Vorfahren".Auch in einem Freizeitequidenpass kann die Abstammung dann eingetragen werden.
2. Die genetische Populationsdifferenzierung:
Die Einflüsse verschiedener Rassen können genauer festgestellt werden.Die Unterschiede innerhalb der Gesamten Tinkerpopulation können sichtbar gemacht werden.
|
|
|
Die Datenbank wird so mittelfristig zum Mittel der Wahl für künftige Anpaarungen, Zuchtprogramme und Zuchtziele auf nationaler wie internationaler Basis. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit tragen bei zur Erhaltung der Rasse und sicherlich auch zu weiteren wichtigen Entwicklungen in anderen Bereichen.
|
|